Portrait Jose Mauricio Nunes Garcia 1767 1830) Oelgemaelde von Jose Mauricio Nunes Garcia Junior webDer Brasilianer José Maurício Nunes Garcia, 1767 in Rio de Janeiro geboren, gilt als einer der größten klassischen Komponisten Lateinamerikas. Als der Prinzregent und spätere König Johann VI. von Portugal im Jahre 1808 mit seinen 15.000 Angehörigen und Untergebenen auf der Flucht vor den französischen Truppen Napoleons nach Rio übersiedelte, ernannte er den Priester Nunes Garcia zu seinem Hofkapellmeister. Der Sänger, Cembalist und Komponist erlangte hohes Ansehen am Hofe und führte neben seinen eigenen Kompositionen auch die Werke anderer Komponisten wie Cimarosas und Mozarts auf, von dessen sowie Haydns Stil sein eigenes Schaffen geprägt war. Nunes Garcia gilt auch als wichtiger Lehrer bekannter brasilianischer Musiker und Sänger jener Zeit: Sein Schüler Francisco Manuel da Silva (1795-1865) komponierte die Musik der brasilianischen Nationalhymne, wohl inspiriert von einem musikalischen Motiv, das Nunes Garcia häufig in seinen kirchlichen Hymnen verwendete, und gründete wichtige musikalische Ausbildungsstätten in Brasilien, die bis heute fortbestehen.

Während der turbulenten Zeiten in Brasilien um die Jahrhundertwende verfasste Nunes Garcia über 400 Werke, von denen jedoch nur etwa 240 erhalten sind, darunter hauptsächlich kirchliche Musik, aber auch weltliche Stücke wie die Oper „Le Due Gemelle“, deren Partitur im Jahre 1825 durch ein Feuer zerstört wurde. Zeit seines Lebens hatte der Komponist zudem Diskriminierungen aufgrund seiner dunklen Hautfarbe zu erleiden. José Maurício Nunes Garcia starb am 18. April 1830 in Rio de Janeiro.

Im Rahmen des Eröffnungskonzertes des 19. Deutschen Chorfestivals 2017 in Magdeburg werden von dem hierzulande nahezu unbekannten Nunes Garcia zwei Werke zur Aufführung gebracht.

VDKC
20.02.2017


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